Fabulin, Narratia und das Geschichtenportal

Aus unserem kleinen Erzählspiel ist ein Portal geworden: Geschichtenklänge, Trickfilm-Werkstatt und Hörspiel-Werkstatt – alles im Browser, ohne Konto, ohne Werbung und ohne Cloud. Fabulin und Narratia zeigen euch den Weg.

Vor gut vier Jahren habe ich hier fabbu vorgestellt – „ein Spiel zum Erzählen“, mit Fabulin, dem Geschichtengespenst, und Narratia, der Erzählekatze. Damals stand da noch: Das Spiel ist nicht fertig. Das stimmt eigentlich bis heute, aber es ist eine Menge dazugekommen.

Wie es dazu kam

Seitdem ist bei uns einiges entstanden. Atze, die Retterbiene zum Beispiel: Ein Hörspiel, für das das Wohnzimmer zum Tonstudio wurde und bei dem wir gelernt haben, dass man keine teure Technik braucht, sondern eine Idee, Zeit und den Mut, nicht alles perfekt machen zu wollen. Oder Heyya, unsere Hörkiste, die wir gebaut haben, weil es kein fertiges Gerät gab, das genau das konnte, was wir wollten.

Irgendwann war klar: Die Ideen sind da, die Kinder sind dabei – aber die Werkzeuge waren über alle möglichen Programme und Geräte verstreut. Also haben wir sie an einen Ort geholt. Herausgekommen ist das Geschichtenhaus: eine Startseite mit drei Türen. ✍️

Fabulin und Narratia begrüßen euch auf der Startseite, stellen sich gegenseitig vor und erzählen, was hinter den Türen wartet. Tippt sie ruhig an – sie haben immer einen Spruch parat. Und fragt mal den Mond. Beim dritten Mal passiert etwas. 😉

Tür 1: Geschichtenklänge

Das ist das ursprüngliche fabbu – nur neu gebaut. Zuerst sucht ihr euch Sounds aus: Tiere, Natur, Magie, Gepolter und Atmosphären wie Wald bei Nacht, Gewitter oder Strand. Alle Sound-Kärtchen sind mit Kinderzeichnungen bebildert.

Dann geht es entweder ans Klangbrett – alle Sounds als große Knöpfe, ihr erzählt frei und drückt an der richtigen Stelle – oder an die Geschichten-Linie. Dort kommen die Sounds zufällig nacheinander, und jeder neue Sound will in die Geschichte eingebaut werden. Grüne Knöpfe sind Atmosphären: Sie laufen im Hintergrund weiter, bis man sie noch einmal drückt.

Für Gruppen gibt es ein paar Extras: den Staffel-Timer, bei dem nach 30 Sekunden bis 2 Minuten ein Gong den nächsten Erzähler ankündigt. Den Blind-Modus, bei dem alle Knöpfe verdeckt sind, bis man sie drückt. Und die Story-Idee, wenn die Geschichte mal hängt – zum Beispiel: „Wendung: Die gefährliche Bestie hat einfach nur riesigen Hunger auf Kekse!“

Wer will, nimmt die ganze Geschichte auf – Stimme und Sounds. Danach spielt das Story-Theater sie noch einmal ab, und die Sounds tauchen genau in dem Moment auf, in dem sie gedrückt wurden.

Tür 2: Trickfilm-Werkstatt

Kamera auf ein Stativ, Figuren hinstellen, knipsen, ein winziges bisschen bewegen, noch einmal knipsen. Die Geister-Bilder zeigen dabei durchscheinend, wo die Figuren eben noch standen. Wenn das Licht wechselt, kann man es festhalten, damit der Film nicht flackert.

Auf die Bilder kann man malen, Sprechblasen und „BUMM!“ draufkleben, Titel- und Abspannkarten einfügen und mit dem Green Screen den Hintergrund austauschen. Darunter liegen drei Tonspuren für Stimmen und Musik, dazu eine für Geräusche aus derselben Geräuschkiste wie bei den Geschichtenklängen. Am Ende heißt es „Film fertig!“, und heraus kommt ein MP4-Video. ✍️

Tür 3: Hörspiel-Werkstatt

Bei Atze war das Wohnzimmer unser Tonstudio. Jetzt gibt es das Studio dazu – im Browser. Ein Kassettendeck mit einem großen roten Aufnahmeknopf, vier Spuren (Erzähler, Figuren, Musik, Geräusche – bei Bedarf auch mehr), und während der Aufnahme laufen die anderen Spuren mit, damit man auf Musik oder andere Stimmen antworten kann.

Geschnitten wird wie mit der Schere: verschieben, kürzen, an der roten Linie teilen, ein- und ausblenden. Und dann die Effekte, auf einzelne Töne oder ganze Spuren: Roboter, Mäuschen, Monster, Echo, Höhle, Telefon, Unterwasser und Geist, jeweils „ein bisschen“, „mittel“ oder „ganz doll“. Ich verrate nicht, wie lange bei uns jede Stimme einmal durch das Monster musste. ✍️

Zum Vorspielen gibt es den Anhören-Modus: groß, mit einer Kassette, deren Spulen sich drehen. Gespeichert wird als M4A oder WAV – das läuft überall.

Das Beste: Die Türen hängen zusammen

Die drei Teile sind keine getrennten Programme, sondern teilen sich einiges. Alle nutzen dieselbe Geräuschkiste mit den Kinderzeichnungen. Ein Geräusch, das ihr in einer Werkstatt selbst aufnehmt, findet ihr auch in den anderen beiden. Ein fertiges Hörspiel kann als Ton in die Trickfilm-Werkstatt wandern.

Und mein Lieblingsknopf: Eine Geschichte, die ihr mit den Geschichtenklängen erzählt und aufgenommen habt, öffnet sich mit „Als Hörspiel öffnen“ direkt in der Hörspiel-Werkstatt. Die Stimme liegt dann auf der Erzähler-Spur, jeder gedrückte Sound an der richtigen Stelle, die Atmosphären auf einer eigenen Spur. Aus einer spontan erzählten Geschichte wird so ein Hörspiel, an dem man weiterbasteln kann.

Was uns wichtig war

  • Kein Konto, keine Werbung, keine Cloud. Alles läuft direkt im Browser, nichts wird von fremden Diensten nachgeladen.
  • Alles bleibt auf eurem Gerät. Fotos, Aufnahmen und Projekte werden nirgendwo hochgeladen. Mit „Sichern“ kann man sie als Datei mitnehmen, zum Beispiel auf einen USB-Stick.
  • Handgemalt statt glattpoliert. Wie bei Ballon Boing gilt: Es soll sich nach uns anfühlen, nicht nach Stockfoto. Darum sind die Sound-Kärtchen gezeichnet und die Knöpfe aus Papier.
  • Die Kinder machen, die Großen helfen – wie schon beim Puppenhaus, wo die Großen die Tischbeine festhalten durften.

Ein paar Tipps zum Ausprobieren

  1. Chrome oder Edge nehmen, am besten auf einem Computer oder einem Tablet im Querformat.
  2. Kopfhörer für Aufnahmen – dann landet die Musik nicht noch einmal im Mikrofon.
  3. Mit dem Klangbrett anfangen: Geschichte erzählen, aufnehmen, „Als Hörspiel öffnen“ – und schauen, was daraus wird.
  4. Ab und zu „Sichern“ drücken. Die Projekte liegen im Browser, und wer den Browser-Speicher leert, leert auch die Projekte.
  5. Premiere feiern! Mit dem Anhören-Modus oder dem fertigen Trickfilm auf dem großen Bildschirm.

Und jetzt ihr

Das Geschichtenhaus findet ihr unter Fabulin.de Es ist – ganz in fabbu-Tradition – nicht fertig. Darum interessiert mich sehr: Was fehlt euch? Welche Sounds wünscht ihr euch in der Geräuschkiste? Ist alles verständlich, auch für die Kleinen? Und welcher Effekt ist bei euch der Liebling?

Schreibt es mir in die Kommentare – und natürlich auch, ob es Spaß macht 😉

tbc.

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